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Gründerjahre der Plätzlerzunft

Das Jahr 1928 ist für die Plätzlerzunft und die Weingärtler Fasnet von herausragender Bedeutung. Dr. Fritz Mattes gründete zusammen mit Josef Golling die „Althistorische Plätzler­­zunft Altdorf-Weingarten“ mit einem Elferrat an der Spitze.

Zum ersten Mal nach dem ersten Weltkrieg wurde wieder ein großer Umzug organisiert, an dem auch die "Bletzler" mit einer kleinen Gruppe vertreten waren.


Auch der Narrenbaum wurde zum ersten Mal durch die Altdorfer Zimmermannsgilde gestellt und der abendliche Hemdglonkerumzug zog lärmend durch die Straßen der Stadt.

Altüberlieferte Formen wie das Fasnetbutzarössle, die Rathaus­tänze oder die Fastnachts­spiele wurden von Dr. Mattes in die Plätzlerzunft integriert und durch neue Bräuche und Narren­figuren ergänzt.
So wurden ab 1931 die traditionsreichen Bletzler in den vorder­österreichischen Stadtfarben rot und weiß neu gestaltet. Zum ersten Mal wurden die bislang üblichen Drahtgazemasken durch sehr ausdrucksstarke Holzmasken ersetzt.

Der Bildhauer Karl Brielmayer schnitzte 1928 diese ersten Plätzlermasken. Aus den Anfangsjahren stammt auch der Weingärtler Narrenmarsch von Alfons Holzschuh.

Im Jahr 1933 wurde die Zunft in die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte aufgenommen. In dieser wichtigen Gründungsphase konnte die Plätzlerzunft auf die tatkräftige Unterstützung des Bürgermeisters Braun zählen, der nicht nur finanzielle Mittel bereitstellte, sondern auch viele eigene Ideen zur Ausgestaltung der Fasnet einbrachte.

Im Jahr 1936 fand zum ersten Mal der Plätzlerball statt. Jährlich wechselnde Fastnachtsspiele wurden auf dem Münsterplatz aufgeführt. Die folgenden Jahre brachten einen stetigen Aufschwung der Plätzlerzunft mit sich, bis der Kriegsbeginn und die Zwangseingemeindung nach Ravensburg 1939 der Fastnacht ein jähes Ende setzten.